Modellrechnung, keine Prognose
Dieser Rechner arbeitet mit Annahmen über die Zukunft — Inflation, Bedarf, Abzüge. Er ist damit eine Modellrechnung, keine Prognose. Deshalb sind alle drei Annahmen für dich sichtbar und änderbar. Wer eine Rentenlückenrechnung mit versteckten Annahmen präsentiert, verkauft eine Behauptung als Zahl.
Warum 80 % des heutigen Nettos?
Im Rentenalter fallen einige Kosten weg (Fahrtkosten zur Arbeit, Berufskleidung, oft die Immobilienfinanzierung), andere kommen dazu (mehr Freizeit, mehr Gesundheitskosten, ggf. Pflege). 80 % ist eine pragmatische Näherung. Wer eine abbezahlte Immobilie und einen sparsamen Lebensstil hat, kommt mit 60–70 % aus. Wer den Lebensstandard aktiv halten will, sollte eher mit 90 % rechnen.
Was zieht die Abzugsquote ab?
Von der gesetzlichen Rente gehen Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner (KVdR) sowie Einkommensteuer auf den steuerpflichtigen Anteil ab. Für Menschen mit ausschließlich gesetzlicher Rente liegt der Abzug typisch bei 15–20 %. Wer zusätzlich betriebliche und private Renten bezieht, kann bei 25 % oder mehr landen — Steuerprogression. Der Default-Wert 20 % ist eine bewusst konservative Näherung.
Nominale Lücke oder Kaufkraft-Lücke?
Beide Zahlen stehen im Ergebnis, aber sie sind unterschiedlich zu lesen. Die nominale Lücke ist der Euro-Betrag, der dir bei Rentenbeginn tatsächlich fehlt — sie wirkt dramatisch. Die Lücke in heutiger Kaufkraft ist derselbe Betrag, auf heute abgezinst — sie ist die planungsrelevante Größe, weil sie im Verhältnis zu deinen heutigen Einkommensverhältnissen einordbar ist.
Wir rechnen keine Rentenerhöhungen
Die gesetzliche Rente wird jährlich angepasst. Die Höhe der Anpassung hängt von Lohnentwicklung und Rentenformel ab — sie ist nicht vorhersehbar. Wer sie einrechnet, macht die nominale Lücke künstlich kleiner. Wir lassen sie bewusst weg. Der Effekt ist real, aber weder er noch die Inflation lassen sich exakt beziffern — das ist Teil der ehrlichen Modellrechnung.
Was der Rechner NICHT tut
Er sagt dir nicht, wie viel du sparen sollst. Sobald der Rechner „X € Sparen pro Monat" ausrechnet, braucht er eine Renditeannahme — und wird zur Prognose. Renditen der nächsten 30 Jahre kann niemand seriös vorhersagen. Deshalb: die Lücke identifizieren, dann konkret über Wege sprechen (bAV, Basisrente, Altersvorsorgedepot, ETF-Sparen). Was zu dir passt, hängt an Steuersatz, Berufsstatus und Flexibilitätsbedarf — das gehört ins Gespräch.
